Europa

Europa-Seminar der Bundesarchitektenkammer

Dörries VfA Bund 0 Comments

„Quo vadis EU – Vertiefung des Binnenmarkts durch das EU-Dienstleistungspaket?“– diese Frage stellen sich derzeit nicht nur Politiker. Die künftige Ausrichtung der europäischen Politik ist auch für die planenden Berufe von großer Bedeutung. Deshalb lud die Bundesarchitektenkammer (BAK) am 13. September zu einem Europaseminar in die Vertretung der Europäischen Kommission in Berlin ein.

Derzeit sorgen vor allem die Vorschläge für das Dienstleistungspaket der Europäischen Kommission für Informations- und Gesprächsbedarf. Im Mittelpunkt des Seminars stand das von der Kommission Anfang des Jahres vorgelegte Dienstleistungspaket mit seinen verschiedenen Gesetzesvorschlägen, die derzeit im Rat und im Europäischen Parlament in Brüssel beraten werden. Doch auch die Rolle der berufspolitischen Interessenvertretung auf europäischer Ebene stand zur Debatte.

 

Zu den rund 50 Teilnehmern gehörten neben BAK-Gremienvertretern auch Vorstandsmitglieder und Repräsentanten von Mitgliedsorganisationen des europäischen Dachverbands Architects’ Council of Europe (ACE) sowie anderer berufspolitischer Verbände. Prof. Ralf Niebergall, BAK-Vizepräsident und „Head of Delegation“ der deutschen Architekten innerhalb des ACE, führte in das Thema ein und betonte, dass der Berufsstand die Initiativen des Dienstleistungspakets sehr kritisch sieht. Die Kommission und ihr Präsident, Jean-Claude Juncker, der nur wenige Stunden zuvor eine vielbeachtete Rede zur Lage der Union gehalten hatte, solle sich eher auf die großen Probleme konzentrieren und nicht ein Europa des „klein-klein“ betreiben, so Niebergall. Kirstin Pukall als Vertreterin des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie unterstrich die bisher erzielten guten Verhandlungsergebnisse, die auch die Anliegen der Architekten berücksichtigen. So konnte die Ratsposition im Hinblick auf zwei Vorschläge dank der Verhandlungen deutlich abgeschwächt werden.

Foto: BAK

 

Im zweiten Teil der Veranstaltung moderierte Dr. Tillman Prinz, Bundesgeschäftsführer der BAK, eine Podiumsdiskussion mit Prof. Ralf Niebergall, Tiia Raudma vom Ministerium für Bildung und Forschung Estlands, Cornelia Hammerschlag von der österreichischen Bundeskammer der Architekten und Ingenieurkonsulenten sowie Ian Pritchard, dem Generalsekretär des Architects´ Council of Europe (ACE). Die verschiedenen Perspektiven sorgten für eine lebhafte Debatte über die Rolle der berufspolitischen Interessenvertretung innerhalb der EU. So vertrat Tiia Raudma den Standpunkt, dass sich die Architekten im Hinblick auf EU-Regulierungen bereits in einer „privilegierten Position“ befänden. Schließlich widme die Berufsanerkennungsrichtlinie den Architekten als einem von sieben Berufsständen einen eigenen Abschnitt und die automatische Anerkennung für den Berufsstand zeige, dass er in den Mitgliedstaaten „einen Fuß in der Tür“ habe.

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