Neujahrsempfang des BFB in Berlin

Dörries VfA Bund 0 Comments

Auf dem BFB-Neujahrsempfang am 18. Januar 2017 ging es gleich von Beginn an um die brennenden Themen des Wahljahres. An der Veranstaltung mit gut 220 Gästen im Haus der Deutschen Parlamentarischen Gesellschaft in Berlin nahmen neben VfA-Präsident Matthias Irmscher auch Vizepräsident Frank Brünsing und Helmut Schmidt, Vizepräsident Finanzen, teil.

Den offiziellen Teil eröffnete Johanna Wanka, Bundesministerin für Bildung und Forschung, mit einem Vortrag über „Aktuelle Entwicklungen der Wissenschafts- und Innovationspolitik“. Der neu gewählte Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI), Prof. Dieter Kempf, widmete sich im Anschluss der Frage „Digitale Transformation – Chance oder Gefahr für den Freien Beruf?“.

Schon in seiner Begrüßung ging BFB-Präsident Horst Vinken auf die zahlreichen Deregulierungsinitiativen der Europäischen Kommission ein, darunter auch auf das sogenannte Dienstleistungspaket vom 10. Januar 2017. Dieses enthalte weitreichende Maßnahmen, darunter die Elektronische Europäische Dienstleistungskarte, die – auch wenn die Kommission dies auch noch so sehr verneine – auf die Einführung des Herkunftslandprinzips bei den Dienstleistungen der Freien Berufe hinauslaufe. Wenn sich die Kommission mit diesen Vorstellungen durchsetze, so Horst Vinken, bekämen gerade die Verbraucher die Nachteile zu spüren: „Die EU-Kommission verharrt in ihrem Wir-bauen-das-Berufsrecht-ab-Modus“.

Angesichts der drohenden Klage der EU-Kommission gegen die Honorarordnung für Architekten und Ingenieure (HOAI) vor dem Europäischen Gerichtshof betonte Vinken, dass der BFB fest an der Seite der Architekten und Ingenieure stehe. Er verband seine Ausführungen mit einem Unterstützungsappell an die Politik.

Bundesministerin Wanka würdigte die Freien Berufe als Arbeitgeber und Ausbilder. „Die Freiberufler sind drittstärkster Ausbildungsbereich; auch sie benötigen in den kommenden beiden Jahren mehr Personal. Alle Akteure können dazu beitragen, dass möglichst viele Jugendliche einen qualifizierten Abschluss machen. Es gilt, die berufliche Bildung zu stärken.“ Darüber hinaus müsse insgesamt die Digitalkompetenz gefördert werden, denn höher Qualifizierte werden immer wichtiger, um die Digitalisierung zu meistern.

Dieser Frage wandte sich auch der neue BDI-Präsident Dieter Kempf zu. Der Steuerberater, von Haus aus Freiberufler, wies darauf hin, dass Transformation nur im Schulterschluss von Industrie und Freien Berufen gelingen könne. Für die Freien Berufe sei die Digitalisierung eine Chance. Damit Europa ein wirtschaftliches Gegengewicht gegenüber anderen Märkten wie den USA und vor allem China sein könne, sei ein europäischer digitaler Binnenmarkt unverzichtbar.

Kommentar verfassen