Severine Nicolaus | VfA Mitglied und Landesvorsitzende NRW

Severine Nicolaus macht als Teil des Bonner Büros Nicolaus – Chatterjee alles: Neubau, Umbau, Sanierung, Brandschutz und vieles mehr. Und sie ist eine von zwei neuen Landesvorsitzenden der VfA in Nordrhein-Westfalen. Im Kurzinterview ist mehr über sie zu erfahren.

Foto: Daniel Koebe
Foto: Daniel Koebe

Was muss gute Architektur leisten?
Gute Architektur soll neben einem gestalterischen, ästhetischen Anspruch, dem Wohl des Nutzers auch im Wandel der Lebenszeit dienen ohne dabei in Sophisterei zu gipfeln, so dass viele Menschen den Wert erkennen und sich dadurch bereichert fühlen. Ich sehe dabei den Architekten eher als Dienstleister, der gleichzeitig einer individuellen und einer gesellschaftlichen Aufgabe dienen muss.

Welches ikonische Gebäude hätten Sie gerne entworfen?
Mir gefällt es, wenn zur heutigen Zeit Gebäude ikonisch werden und zum Wahrzeichen einer Stadt oder Region aufsteigen. Während meines Studiums durfte ich mit an einem Wettbewerbsbeitrag für den Posttower in Bonn arbeiten, den am Ende Murphy und Jahn Architekten bauen durften. Ich muss zugeben deren Entwurf war tatsächlich auch besser … Am Ende können auch kleinere Gebäude, wie beispielsweise Schulen, ikonisch sein, es kommt immer auf die Perspektive an, aus der man dies betrachtet.

Was wünschen Sie sich für die gebaute Umwelt??
Wir schulden den nachfolgenden Generationen eine nachhaltig geplante und gebaute Umwelt. Ich weiß, dass der Begriff „Nachhaltigkeit“ überstrapaziert wird und zu einer leeren Worthülse verkommt, trotzdem steckt so viel Wichtiges darin. Ich wünsche mir ein stärkeres Bewusstsein im Umgang mit den verfügbaren Ressourcen, auch der vorhandenen Bausubstanzen, die meines Erachtens viel stärker in die Lebenszyklusbetrachtung einfließen müssen. Das Ziel muss Schutz und Erhalt der lebenswerten Umwelt sein, dies erreichen wir nur durch ökologisches und ressourcenschonendes Bauen von der Flächennutzungsplanung bis zur einzelnen baulichen Anlage.

Warum sind Sie Mitglied der VfA geworden?
Im ersten Moment hat mich offen gestanden bei meiner Bürogründung 2009 der reduzierte Beitrag zur Berufshaftpflichtversicherung in die VfA gelockt.

Erst im Laufe der Zeit habe ich die Vorteile der Verbandszugehörigkeit erkannt. Ich kann sagen, dass die VfA mir in meiner Tätigkeit als freiberufliche Architektin bereits einige Male hilfreich zur Seite stand und die dort gebündelte Erfahrung für das tägliche Geschäft ein guter Ratgeber bei vielen Fragen im Berufsleben darstellt. Inzwischen bin ich glücklich, aktives Mitglied dieses Verbandes zu sein und hier selbst Ideen und Ansätze einbringen zu können

Welche Interessen und Leidenschaften pflegen Sie außerhalb des Berufs?
Ich gehe gerne Windsurfen. Dabei gefällt es mir gleichermaßen am Strand zu sitzen, mit einem Getränk in der Hand und den Füßen im Sand verbuddelt, mit Gleichgesinnten auf den passenden Wind zu warten, wie auf dem Brett zu stehen, den Wind durch die Haare wehen zu lassen und die Kraft der Natur zu genießen.