Alexander Schwab | Präsident der VfA

Alexander Schwab ist Inhaber des Münchner Büros ASA- Architekten und Präsident der Vereinigung freischaffender Architekten Deutschland (VfA)

Was muss gute Architektur leisten?
Gute Architektur erfüllt immer die drei Grundforderungen, die bereits Vitruv an gute Architektur gestellt hat. Frei übersetzt lauten diese: Sie muss ihren Zweck erfüllen. Nach Siegfried Giedion kann dies Raum, Weg und Zeichen sein. Sie sollte aber immer dem Menschen dienen.
Sie muss schön sein – und das natürlich in einem weiten Sinne. Dazu gehört, dass sie immer auch Ausdruck der Zeit sein soll, der sie entstammt. Und sie muss dauerhaft sein. Hier ist das ganze Konzept der Nachhaltigkeit enthalten, die im Französischen u.a. Durabilité – Dauerhaftigkeit heißt.

Welches ikonische Gebäude hätten Sie gerne selbst entworfen?
Die Olympiabauten für die Olympischen Spiele 1972 in München.

Was wünschen Sie sich für die gebaute Umwelt?

Dass sie nach der Phase der auf die autogerechte Stadt ausgerichteten Großmaßstäblichkeit wieder zu einer auf den Menschen und einer langsameren Mobilität ausgerichteten Maßstäblichkeit findet.
Dazu gehört für mich auch die Verwendung regionaler Bauweisen mit regional vorhandenen und bewährten Baustoffen. Nur so können wir wirklich ressourcenschonend weiterhin bauen.

Warum sind Sie Mitglied der VfA geworden?

Ich wurde von einem Mitglied geworben, an das ich mich gewandt habe, um zu erfahren, wie sein Büro zu internationalen Aufträgen kam. Bereits bei dem ersten Treffen unserer Bezirksgruppe in München war ich angetan von der herzlichen Aufnahme in diesen Kreis und dem freundschaftlichen Umgang der Kolleginnen und Kollegen untereinander, ohne jedes Konkurrenzgefühl, wie es unter Architekten oft herrscht.

Welche Interessen und Leidenschaften pflegen Sie außerhalb des Berufs?

Ich bin in einer musikalischen Familie aufgewachsen und habe meine Leidenschaft für das Singen, aber auch Theaterspielen, Musizieren und Zeichnen früh entdeckt und vor allem in der Schul- und in der Studienzeit sehr intensiv betrieben. Bis heute singe ich im Chor und spiele Klavier. Ich lese und koche gerne und habe seit über einem Jahr meine Freude am regelmäßigen Backen von Sauerteigbrot. Besondere liebe ich meine Olivenbäume in Frankreich. Die jährliche Olivenernte in November und die Fahrt zu Mühle, wo aus den Oliven dann wunderbares, goldenes Bio-Olivenöl wird, ist für mich tatsächlich der absolute Höhepunkt im Jahreslauf.